­­­Weniger Steuern durch Aufteilung der Zentrumslast

Glücklicherweise können wir uns bei der aktuellen Sommerhitze in der schönen und nahegelegenen Worber Badi abkühlen und erholen. Überhaupt sind die verschiedenen Sport- und Freizeitanlagen ein bedeutender Standortvorteil der Gemeinde. Von diesen Anlagen profitieren aber auch umliegende Gemeinden. Im Gegensatz zu den Worber Steuerzahlenden, welche ihre Anlagen mit geschätzten 1-2 Steuerzehnteln finanzieren, benutzen umliegende Gemeinden wie Boll-Vechigen, Stettlen oder Belp diese, ohne sich wesentlich an den Kosten zu beteiligen. Neidisch können wir auf die vor zwei Jahren erfolgte Senkung der Steueranlage auf 1.54 Einheiten der Gemeinde Vechigen blicken. Von diesem Steuersatz kann Worb nur träumen, besonders weil in naher Zukunft die vierzig- bis fünfzigjährigen Anlagen des Schwimmbads und der Eisbahn aufwändig für mehrere Millionen Franken saniert werden müssen. Eine gerechtere Aufteilung dieser Kosten wäre daher nur angebracht.  Andernfalls sollten sich die Steuerzahlenden von Worb überlegen, ob sie besonders die kostspielige Sanierung und den energieintensiven Unterhalt der Eisbahn, weiterhin mit einem Steuerzehntel finanzieren wollen.

Während der Kanton demnächst für Burgdorf und Langenthal über eine Pauschalabgeltung ihrer Zentrumslasten durch den Finanz- und Lastenausgleich entscheidet, müssen sich andere Zentrumsgemeinden wie Zollikofen, Münsingen oder Worb mit ihren Nachbarn arrangieren. Die Eisbahn für Münsingen ist beispielsweise in das Sportzentrum Aaretal-Wichtrach (Sagibach) integriert. Die Finanzierung erfolgt durch kommunale Beiträge, Anteilscheinkapital der Genossenschaft und Bankdarlehen. Münsingen unterstützt das Sportzentrum über Leistungsvereinbarungen mit einem jährlichen Betriebskostenbeitrag von nur ca. 40’000 Franken. Der Vergleich mit dem Beitrag der Gemeinde Worb an den Betrieb des Wisleparks zeigt, dass die Kosten der Sagibachhalle gerechter verteilt sind. Worb unterstützt sein Sportzentrum jährlich mit einer Spezialfinanzierung von maximal 780‘000 Franken. Nur dieser Betrag wird für die notwendigen Sanierungen nicht ausreichen, obschon bei der Abstimmung 2017 versichert wurde, dass das Schwimmbad und die Eisbahn damit langfristig weiterbetrieben, unterhalten und erneuert werden können. Auch Zollikofen teilt sich die Kosten für die Eisbahn im Sportzentrum Hirzenfeld mit Münchenbuchsee. Wer die Steueranlage von Worb senken will, muss daher für eine gerechtere Aufteilung der Kosten sorgen.

Roland von Arx
Mitglied Planungskommission